Samsung bringt die Galaxy Watch Ultra2 am 7. August 2026 für 749 Euro nach Deutschland. Die neue Outdoor-Smartwatch kombiniert einen auf 800 mAh vergrößerten Akku mit Dual-GPS, LTE, Trail-Navigation und einer Tauchfunktion. Für Camper und Reisende ist vor allem interessant, wie lange diese Ausstattung abseits der Steckdose tatsächlich durchhält.
Vorbestellungen laufen seit dem 22. Juli 2026. Die Uhr erscheint ausschließlich mit 47-Millimeter-Gehäuse und LTE in Titanium Silver oder Titanium Gray. Sie setzt ein kompatibles Android-Smartphone voraus; mit einem iPhone funktioniert sie nicht.
800 mAh bedeuten nicht automatisch mehr als 80 Stunden
Der Akku wächst gegenüber der Galaxy Watch Ultra 2025 von 590 auf 800 mAh, also um rund 35 Prozent. Samsung nennt trotzdem weiterhin bis zu 80 Stunden bei ausgeschaltetem Always-on-Display. Mit ständig sichtbarem Zifferblatt nennt die Produktseite bis zu 60 Stunden. GPS, LTE, hohe Displayhelligkeit und schlechter Mobilfunkempfang können die Laufzeit im Reisealltag zusätzlich verkürzen.
Ein unabhängiger Test von TechRadar erreichte die angegebenen 60 Stunden mit aktivem Always-on-Display. Das ist ein hilfreicher Anhaltspunkt, aber kein allgemeingültiger Messwert für lange Touren: Navigation, Aufzeichnungen und Netzsuche waren dabei nicht durchgehend aktiv. Für mehrtägige Wanderungen bleibt deshalb eine kleine Powerbank oder ein Ladepunkt im Fahrzeug sinnvoll.
Das Gehäuse ist laut Samsung zwölf Prozent dünner als beim Vorgänger, wiegt ohne Armband aber 61,5 Gramm und damit etwa ein Gramm mehr. Das bis zu 5.000 Nits helle Display verbessert die Ablesbarkeit in der Sonne, kann bei hoher Helligkeit jedoch ebenfalls zusätzliche Energie benötigen. Geladen wird drahtlos; der erforderliche Netzadapter mit mindestens 5 Volt und 2 Ampere sowie Power Delivery gehört bei der Reiseplanung ins Gepäck.
Trail-Navigation und Tauchmodus haben klare Grenzen
Der neue Trail-Run-Modus erfasst Höhendaten, Aufstiegsfortschritt und Belastung. GPX-Routen lassen sich in ein Training übernehmen und mit Abbiegehinweisen verfolgen. TechRadar weist darauf hin, dass eigene Routen nicht direkt in der Samsung-App erstellt werden können. Wer Touren plant, muss die GPX-Datei daher vorher vorbereiten oder aus einem anderen Dienst übernehmen. Offline-Karten und Routen sollten vor der Abfahrt auf der Uhr kontrolliert werden.
Für Wassersport trägt die Ultra2 IP69K, 10 ATM und die Zertifizierung DIN EN 13319. Beim Eintauchen zeigt sie Tiefe, Tauchzeit und Wassertemperatur an. Die gemeinsam mit Mares entwickelte Diving-App soll weitere Werte liefern, war laut unabhängiger Einordnung zum Marktstart jedoch noch nicht verfügbar. Die Hardware-Zertifizierung allein ersetzt deshalb noch keinen vollständig eingerichteten Tauchcomputer. Samsungs eigene Hinweise verlangen außerdem, die Uhr nach Meerwasserkontakt mit Süßwasser abzuspülen.
LTE ist serienmäßig, benötigt aber für eigenständige Mobilfunknutzung einen passenden eSIM-Tarif des Providers. Das kann auf Wanderungen ohne Smartphone praktisch sein, schafft jedoch keine Netzabdeckung in Funklöchern. Dual-GPS verbessert die Positionsbestimmung unter schwierigen Bedingungen, ersetzt aber weder Papierkarte noch eine gespeicherte Notfallroute.
Für wen sich das Upgrade praktisch lohnt
Gegenüber der Ultra 2025 sind vor allem der größere Akku, das dünnere Gehäuse, das hellere Display, der Snapdragon-Wear-Elite-Prozessor und IP69K neu. Beide Generationen werden dennoch mit bis zu 80 Stunden typischer Laufzeit beworben. Besitzer des Vorgängers sollten daher nicht allein wegen der Akkukapazität wechseln, sondern Trail- und Tauchfunktionen, Gehäuseform und reale Laufzeit im eigenen Einsatz abwägen.
Die günstigere Galaxy Watch9 startet bei 409 Euro, bietet aber höchstens 40 Stunden Laufzeit, 5 ATM statt 10 ATM und keine spezielle Tauchzertifizierung. Wer hauptsächlich Benachrichtigungen, Fitnesswerte und Tageswanderungen aufzeichnet, spart damit mindestens 340 Euro. Die Ultra2 richtet sich eher an Android-Nutzer, die LTE, lange GPS-Touren, ein besonders helles Display oder den vorgesehenen Tauchmodus wirklich einsetzen.
Gesundheits- und Fitnesswerte bleiben unterstützende Messungen und ersetzen keine medizinische Diagnose. Diese Einordnung basiert auf Herstellerangaben und einem unabhängigen Test; Vanreise hat die Uhr nicht selbst getestet.
Quellen
Samsung Newsroom Deutschland: Galaxy Watch Ultra2 und Galaxy Watch9 (veröffentlicht am 22. Juli 2026, abgerufen am 30. Juli 2026)
Samsung Support: Vergleich der Galaxy-Watch-Modelle (aktualisiert am 29. Juli 2026, abgerufen am 30. Juli 2026)
TechRadar: Samsung Galaxy Watch Ultra 2 review (veröffentlicht am 22. Juli 2026, abgerufen am 30. Juli 2026)