Ein persönlicher Bericht von Rene. Fotos: Rene / Vanreise.eu.

Am 11. und 17. Oktober 2026 habe ich „Memento Mori“ vom Zirkus des Horrors in Oberhausen erlebt und fotografiert. Die Show am Westfield Centro war düster, stellenweise sehr ernst und zwischendurch so witzig, dass ich richtig lachen musste. Besonders die Feuernummer und die Motorradstunts im Metallkäfig blieben mir in Erinnerung. Für die Kamera war das dunkle Zelt eine Herausforderung, mit den entstandenen Bildern bin ich aber sehr zufrieden.

Horror beginnt schon vor dem Hauptzelt

Bereits der reguläre Eingangsbereich war auf Horror getrimmt. Der Weg wirkte auf mich wie ein Horror-Maze, also ein labyrinthartig gestalteter Gruselweg. Für mich gehörte er zum Einlass. Dahinter lag ein größerer Aufenthaltsbereich für die Zeit vor der Vorstellung und in der Pause.

Spinnweben, Skelette und eine morbide Gestaltung bestimmten den Eindruck. Es gab eine Sitzecke und eine Fotoecke. Vom Verpflegungsangebot sind mir Hot Dogs, Popcorn, Cola und alkoholische Getränke in Erinnerung geblieben. Jacky und ich nutzten einen separaten Seiteneingang. Von einem früheren Besuch war uns die Örtlichkeit schon vertraut, sodass wir wussten, wo sich die wichtigen Bereiche befanden.

Düsteres Bühnenlicht und schwarzer Humor

Im Hauptzelt überzeugte mich die Show insgesamt. Die Bühnenbeleuchtung fand ich sehr gut, den Ton stark und die Darsteller astrein. Das Licht setzte die Figuren und den Nebel wirkungsvoll in Szene. Die dunkle Atmosphäre blieb dabei auch dann spürbar, wenn eine Nummer eine ganz andere Stimmung bekam.

Ein Darsteller in langem Mantel steht allein im blauen Bühnenlicht und blickt nach oben.
Blaues Licht und die dunkle Umgebung prägen diesen Bühnenmoment. Foto: Rene / Vanreise.eu.

Gerade der schwarze, teilweise sehr derbe Humor funktionierte für mich. Zwischen den ernsten Themen gab es immer wieder Momente, über die ich lachen musste. Diese Wechsel prägten beide Abende. Für mich gehörten die komischen Einlagen genauso zur Show wie die düsteren Bühnenfiguren.

Eine Feuernummer mit Witz und gutem Timing

Master of Hellfire war mit seiner Feuernummer für mich ein klarer Höhepunkt. Besonders hängen geblieben sind seine Witze und sein Vortrag. Die Nummer wirkte auf mich gut geschrieben und auf den Punkt gespielt. Die Feuereffekte machten einen Teil ihres Reizes aus; ebenso entscheidend war für mich, wie die komischen Momente eingesetzt wurden.

Motorräder im Metallkäfig und Artistik auf Rollschuhen

Extrem spannend fand ich die Motorradnummer. Mehrere Maschinen fuhren in den runden Metallkäfig und zeigten darin Kreisfahrten und Stunts. Auf meinen Fotos ist außerdem eine artistische Partnernummer auf Rollschuhen zu sehen.

Ernste Themen in der fiktiven Bühnenhandlung

Eine andere Passage ging deutlich über einen Gruselmoment hinaus. In der fiktiven Bühnenhandlung werden die Suizide zweier Figuren dargestellt. Für mich zeigte diese gespielte Szene, wie ernst die Themen von „Memento Mori“ werden können. Zum Inhalt der Show gehören auch Darstellungen von Tod, häuslicher Gewalt und psychischer Belastung.

Walking Acts zwischen den Sitzreihen

In den Pausen liefen Scare Actors, also Darsteller in Horrorrollen, zwischen den Sitzreihen umher. Sie erschreckten Besucher und posierten für Fotos. Das spielte sich im Hauptzelt ab, nicht im separaten Essens- und Wartebereich.

Jacky war bei unserem Besuch als Walking Act dabei. Nach der Ankunft stellte sie ihre Taschen in einem Zelt ab. Anschließend gingen wir zu den Toiletten, wo ein großer Spiegel zum Schminken bereitstand. Dort bereiteten sich Darsteller vor. Wir unterhielten uns noch kurz, bevor es losging. Wie die Besucher später auf Jacky reagierten, kann ich nicht beurteilen: Im weiteren Ablauf habe ich sie so gut wie gar nicht gesehen.

Mit der Kamera durch das dunkle Zelt

So gut mir die Bühnenausleuchtung gefiel, so anspruchsvoll war sie beim Fotografieren. Im Zelt war es unfassbar dunkel. Gerade diese Lichtstimmung trug für mich aber auch dazu bei, dass die Fotos gut geworden sind. Eine wirkungsvolle Beleuchtung für das Publikum bedeutet eben nicht automatisch einfache Bedingungen für die Kamera.

Grundsätzlich konnte ich mich im Hauptzelt frei bewegen. Die wesentliche Vorgabe war, niemandem im Weg zu stehen und nicht zwischen den Besuchern hin und herzulaufen. Das fand ich verständlich. Für meine Positionswechsel nutzte ich die zur Bühne ausgerichteten Haupt- und Nebeneingänge sowie die Wege unter den Tribünen.

Nach den Absprachen vor Ort durfte ich meine Bilder regulär veröffentlichen. Zu den beiden Besuchen sind inzwischen zwei Galerien online: 120 Fotos vom 11. Oktober und 95 Fotos vom 17. Oktober. Sie zeigen weitere Ausschnitte aus der Show und ihrer Inszenierung.

Zur Fotogalerie vom 11. Oktober 2026

Zur Fotogalerie vom 17. Oktober 2026

Für mich eine überzeugende Show mit ernsten Inhalten

An der Show und ihrer Organisation hatte ich keine konkreten Kritikpunkte. Ich würde „Memento Mori“ weiterempfehlen, besonders Menschen, die Horror, düstere Themen und sehr schwarzen Humor mögen. Wer sich mit Darstellungen von Tod und Suizid unwohl fühlt oder nicht überraschend erschreckt werden möchte, sollte diese Bestandteile bei seiner Entscheidung berücksichtigen.

Die Altersempfehlung liegt bei 14 Jahren, eine feste Altersgrenze besteht nicht. Jüngere Besucher dürfen nur in Begleitung Erwachsener hinein. Die Empfehlung sollte zusammen mit den ernsten Inhalten und den überraschenden Schreckmomenten betrachtet werden.

Für mich war es eine außergewöhnlich gute Vorstellung. Die Feuernummer, die Motorradstunts und der Humor haben auf unterschiedliche Weise funktioniert. Auch fotografisch waren die beiden Besuche trotz der Dunkelheit ein voller Erfolg.